Torfböden sind im Bauwesen bekannt für ihre Weichheit, ihren hohen Wassergehalt und ihre Neigung, sich unter Belastung stark zu verformen – Faktoren, die den Erdbau und die Entwicklung von Infrastrukturen oft erschweren.
In einer kürzlich erfolgten Zusammenarbeit zwischen den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB/CFF), Medusoil und der AMIGA-Gruppe wurde eine praktische Frage untersucht: Können Torfböden positiv auf die Biozementierung reagieren, oder stellen sie einen Engpass für diese Art der Bodenbehandlung dar?

Abbildung 1 Schematische Darstellung der Torfschichten, die unter flachen Bahndämmen zu finden sind, und der Verformungen, die sie unter Belastung erfahren.
Die Biozementierung, eine Methode, die Böden durch die kontrollierte Bildung von Kalziumkarbonat stärkt, hat bereits ihr Potenzial in sandigen und kiesigen Böden gezeigt.
Bei dieser Kampagne wurde untersucht, wie er sich unter weniger konventionellen Bedingungen verhält.
Torfbodenproben (schluffiger Torf bis torfiger Schluff), die während einer kürzlich durchgeführten geologischen Untersuchung an einem SBB-Standort entnommen wurden, wurden mit der Infiltrationsmethode von Medusoil behandelt.
Das Ziel war es, zu sehen, ob die Verbesserung überhaupt messbar ist, um anschließend mit einer Standortkampagne und dynamischen Belastungsbedingungen fortzufahren.
Die Ergebnisse der Behandlung waren vom technischen Standpunkt aus gesehen ermutigend.
Die behandelten Torfproben zeigten ein Verhalten, das eine insgesamt höhere Festigkeit bestätigt.
Genauer gesagt, eine Erhöhung der Festigkeit, die sich besonders in den frühen Phasen der Verformung bemerkbar macht und auf eine verbesserte Tragfähigkeit hinweist.
Gleichzeitig verringerte sich die Gesamtsetzung um bis zu 50 % im Vergleich zu unbehandeltem Material, was auf eine deutliche Verbesserung der volumetrischen Stabilität hindeutet.
Physikalisch-chemische Analysen bestätigten auch die Bildung von Kalzit, sogar unter den für Torf typischen leicht sauren Bedingungen, was zeigt, dass der Biozementierungsprozess in solchen Umgebungen aktiv bleibt.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Torfböden keinen Engpass für die Biozementierung darstellen und bieten eine Grundlage für die weitere Entwicklung dieser nachhaltigen Bodenverbesserungstechnik in schwierigen Bodenverhältnissen.


